Österreichische Trialmeisterschaft in Salzstiegl


Da in Deutschland noch so gut wie keine Wettkämpfe im Trial stattfinden fuhren etliche ADAC-Württemberg-Kader-Fahrer nach Salzstiegl in die Steiermark, darunter auch Linda Weber vom AMC Biberach. Die weite Anreise lohnte sich für sie, sie erreichte an beiden Tagen den zweiten Platz in der Klasse der Fortgeschrittenen. Am  ersten Tag wurde zusätzlich eine Damenwertung in den einzelnen Klassen gemacht, in der sie Erste bei den Fortgeschrittenen wurde.

Trial unter Corona-Bedingungen stellte die Veranstalter vor besondere Herausforderungen. Vor Ort wurde kurzfristig anders organisiert als ausgeschrieben war  was zu Verwirrungen bei den Fahrern und Fehlern seitens der Organisation führte.  Es war selbstverständlich, dass man sich vorher online anmelden musste, aber es war ungewohnt, dass der Fahrer - vermutlich um die Abstandsregeln einhalten zu können - keine Rundenkarte mit sich führte sondern nur an den Sektionen geschrieben wurde. So konnte man erst nach der kompletten Auswertung seine Punkte überprüfen.  Dabei stellte sich dann heraus, dass die 15-jährige Linda Weber nicht wie angemeldet bei den Jugendlichen gewertet wurde sondern bei den Erwachsenen, ein Fehler der seitens des  Veranstalters auch am zweiten Tag nicht korrigiert wurde. Hinzu kam das für uns ungewohnte System, dass Fahrer, die die österreichische Trialmeisterschaft (AMF) in Wertung fuhren vorrangig in die Sektionen einfahren durften, Fahrer die „nur“ ÖTSV fuhren, mussten warten. Bei der Zeitvorgabe von 5 Stunden, einer 90-Sekunden-Regel, die nur für AMF-Fahrer galt und einer enormen Starterzahl von 122 Fahrern führte dies zwangsläufig zu massiven Zeitproblemen aller Fahrer.



Die Wetterbedingungen in der Steiermark waren nicht optimal, es regnete am ersten Tag während der gesamten Veranstaltung. Es gab acht Sektionen und vier Runden auf einem etwa drei Kilometer langen Rundkurs. Der Trialpark in der Steiermark ist bekannt für seine tollen Natursektionen und so gab es auch kaum künstliche Hindernisse. Die Sektionen waren insgesamt sehr lang,  anspruchsvoll gesteckt aber fahrbar. Ein Baumstamm, der schräg angefahren werden musste, war unter den Wetterbedingungen etwas knifflig aber für Linda nicht wirklich ein Problem. Es gab zahlreiche rutschige Wurzeln und Hang Auf- und Abfahrten sowie  natürliche Felsen und eine Bachsektion. Die Auffahrten waren zum Teil mit Steinen bestückt, die Wurzelfahrten gingen eng um Bäume herum, aber das sind Fahrbedingungen, die Linda liegen. Einzig das Zeitproblem machte ihr zu schaffen. Als sie die letzten beiden Sektionen, die ihr noch fehlten, anfahren wollte, waren die Punkterichter schon weg. So kassierte sie zwei mal 20 Strafpunkte, was sie den Sieg kostete. Ohne diese wäre sie die beste Fortgeschrittenen Fahrerin in allen Klassen gewesen, so wurde sie Zweite bei den Fortgeschrittenen.

Am zweiten Tag waren die Wetterbedingungen  besser, aber die Sektionen stufenlastiger ausgerichtet.  In der Sektion zwei hatte es eine schwierige Auffahrt, an der viele ihre Probleme hatten. In der zweiten Runde hatte Linda das Pech, dass sie 2 Meter vor dem Ende der Sektion abrutschte und das Motorrad auf sie fiel. Neben den Schmerzen machte ihr auch zu schaffen, dass das Motorrad nicht mehr ansprang und sie sich durch die Erfahrungen des Vortrags extrem unter Zeitdruck fühlte. So nahm sie sich nicht die Zeit, um wieder herunter zu kommen, sondern fuhr angespannt weiter, was sich in einer fünf bei der nächsten Sektion bemerkbar machte.  Erst nachdem sie die Sturzsektion in der nächsten Runde wieder bewältigt hatte ging es wieder gewohnt gut weiter und sie konnte den Tag mit einem weiteren zweiten Platz beenden.



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